Datenjournalismus zur biologischen Artenvielfalt in Europa
Als Biologin mit wissenschaftlichen Schwerpunkt für Evolution & Biodiversität beschäftige ich mich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt und Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften in Europa.
Ich zeige Daten, die den Biodiversitätswandel und ihre Ursachen visuell transportieren - das Projekt wird laufend aktualisiert.
Die Bedrohung der Artenvielfalt in Europa
Artenvielfalt wird oft mit dem Begriff Biodiversität gleichgesetzt - dabei meint Biodiversität die Vielfalt des Lebens (von bios, griechisch βίος: das Leben und von diversitas, lateinisch: Vielfalt) und ist der Sammelbegriff für die Variabilität aller lebender Organismen und der ökologischen Komplexe zu denen sie gehören.
Biodiversität umfasst drei Ebenen: die Vielfalt der Ökosysteme (Lebensgemeinschaften, Lebensräume und Landschaften), die Vielfalt aller biologischer Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Protesten, Bakterien und Archaeen) und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten.
Artenvielfalt beschreibt also die Vielfalt der Natur, der die Vielfalt der Kultur der Menschen mit ihren Errungenschaften entgegensteht und von unterschiedlichen Faktoren bedroht wird - die Artenvielfalt nimmt durch das Aussterben von Lebewesen ab und hat weitreichende Konsequenzen für die weltweiten Ökosysteme.
Europa erwärmt sich schneller als andere Regionen der Erde - Pflanzen wie Tiere passen sich an die Änderungen des Klimas mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten an und wechseln die Standorte entsprechend der vorherrschenden klimatischen Bedingungen. Dennoch bleibt die Migration im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt weitgehend unsichtbar in der öffentlichen Debatte. Der Biodiversitätswandel ist jedoch messbar und lässt sich europaweit nachweisen, was Auswirkungen auf die Naturschutzpolitik, die Landwirtschaft, die Ökosysteme und die Schutzgebiete hat.
01 - Bedrohte Arten in Deutschland - Tiere & Pflanzen
Die International Union for Conservation of Nature (IUCN, deutsch: internationale Organisation über vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten) hat 11 Faktoren ermittelt, die ursächlich für das Aussterben von Lebewesen verantwortlich sind und dokumentiert laufend die Beobachtungen in ihrer Datenbank - die sogenannte IUCN Red List.
Die beiden Datenvisualisierungen "Bedrohte Tiere in Deutschland" und "Bedrohte Pflanzen in Deutschland" fassen die für 2024 erfassten kritisch vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen in Deutschland zusammen, indem für jede erfasste Art die individuellen Bedrohungen visualisiert sind.
Bei den Tieren steht das visuelle Narrativ Ammonit für die vor 66 Millionen Jahren ausgestorbene Kopffüßerart (rezente Arten sind beispielsweise Tintenfische, Kraken und Sepien). Bei den Pflanzen ist das visuelle Narrativ ein Farn als Vertreter der über 400 Millionen Jahre alten Gruppe der Gefäßsporenpflanzen - beide Symbole stehen für Untergang wie Fortbestand biologischer Vielfalt auf der Erde.



Die Legenden beschreiben, wie die Datenvisualisierung gelesen wird - jeder Ammonit zeigt eine Tierart und erläutert die jeweiligen Bedrohungen, die zum Aussterben der Art führen können. Die Tierarten sind entsprechend ihrer Tierklassen hierarchisch sortiert. Der Populationstrend erläutert die potentielle Entwicklung für den zukünftigen Bestand der bedrohten Art. Eine Art kann auch regional ausgestorben sein, an der sie ursprünglich existiert hat, wobei sie in anderen Regionen Deutschlands noch vorkommt.





Die Legenden beschreiben, wie die Datenvisualisierung gelesen wird - jeder Farn zeigt eine Pflanzenart und erläutert die jeweiligen Bedrohungen, die zum Aussterben der Art führen können. Die Pflanzenarten sind entsprechend ihrer Klassen hierarchisch sortiert. Der Populationstrend erläutert die potentielle Entwicklung für den zukünftigen Bestand der bedrohten Art. Eine Art kann auch regional ausgestorben sein, an der sie ursprünglich existiert hat, wobei sie in anderen Regionen Deutschlands noch vorkommt.


02 - Bedrohte Arten in EUROPA - Ländervergleiche
Die beiden Datenvisualisierungen "Bedrohte Arten in Europa" visualisiert die für 2022 erfassten anfälligen, gefährdeten und kritisch vom Aussterben bedrohten Arten und sind eher als Datenkunst denn als Informationsgrafik zu betrachten und zu interpretieren.
Die Daten werden weniger informativ als visuell attraktiv mit einem Donut-Diagramm dargestellt, welches an ein Auge erinnert - so werden zwei Informationsebenen, die Gruppierung in die drei großen systematischen Reiche Pflanzen, Tiere und Pilze und die jeweiligen Einordnungen der Klassen innerhalb der Tiere, möglich. Als visuelles Narrativ weist uns dieses Auge darauf hin genau hinzuschauen um die Bedrohungen des Artenverlustes zu erfassen. Die Anzahl der bedrohten Arten kann nicht unmittelbar erfasst werden - so wie die Genauigkeit der Datenlage von einer Vielzahl an Faktoren wie Beobachtungs- und Dokumentationsunsicherheiten abhängt.
Jedes Land Europas ist in der schwarzen Datenvisualisierung mit diesem Augenmerk in einem Netzwerk aus verwobenen Linien verbunden - ein Zeichen, dass der Weg zum Artenschutz uns angesichts der vielfältigen Herausforderungen genauso komplex ist wie die Netzwerke ökologischer Systeme in die diese Arten eingebunden sind. In der rosafarbenen Grafik werden die Daten der Länder in einem Streudiagramm entsprechend ihrer Anzahl an bedrohten Arten direkt mit der Landesgröße gegenübergestellt.





